"Atomschrott aus dem Westen"

© F. ENOT
14.12.2010

Aber der Wagen der rollt... oder vielmehr der Castor-Konvoi. Über Schwerin und Rostock soll die hoch radioaktive Fracht nun nach Lubmin gebracht werden - entgegen aller nach wie vor lautstarken Proteste.

Die Polizei trifft bereits Sicherheitsvorkehrungen für den Transport, der Dienstag mitunter in Rostock für Aufregung sorgt: Der Castor-Transport wird voraussichtlich über die Hansestadt ins Zwischenlager Nord nach Lubmin rollen.

Am Montagabend startete der Lastwagen mit dem mehrfach kritisierten, stark radioaktiven Castoren in Cadarache, um daraufhin an der ersten, rund 30 Kilometer entfernten Zwischenstation, dem Güterbahnhof Aix-en-Provence, Halt zu machen. Dort werden die Castoren mit einem speziellen Kran auf Waggons verladen. Um 20:25 Uhr, so sieht es zumindest die französischen Staatsbahn SNCF vor, werden diese dann den Güterbahnhof verlassen, um am Mittwoch zwischen 11:00 und 17:00 Uhr, je nach Route, die deutsche Grenze zu überqueren. Während er zuvor über Sachsen-Anhalt, Ludwigslust und Schwerin fährt, soll der Transport schließlich über Rostock nach Lubmin kommen. Die Polizei sichert die Strecke bereits.

Eine Strecke von insgesamt etwa 1500 Kilometern Länge. Über die Route, die letztendlich gefahren wird, wird erst im letzten Moment die Polizei entschieden; allein in Frankreich behält sich die SNCF vier verschiedene, mögliche Wege vor.

"Wir sind gegen die Castor-Transporte!"

Ein radioaktiver, langwieriger und überdies größentechnisch sehr umfangreicher Transport - mit einem Zug von 250 Metern Länge. Drei Waggons stehen den Sicherheitskräften zur Verfügung; zwei Loks sollen die vier Castoren, die insgesamt 52 Brennstäbe aus dem ehemaligen Atomfrachter "Otto Hahn" sowie rund 2000 bis 3000 Brennstäbe des einstigen Forschungszentrums Karlsruhe beinhalten, ziehen.

Der Transport löste eine Welle von Protesten und Demonstrationen aus - und zwar zu Recht, findet Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering. "Es ist das gute Recht aller Bürgerinnen und Bürger, gegen die Castor-Transporte zu demonstrieren", sagt dieser dem Rostocker Journal zufolge. "Die Position der Landesregierung ist klar: Wir sind gegen die Castor-Transporte", fährt Sellering bestimmt fort. "Wir sind uns einig, dass in Lubmin nur Abfall gelagert werden soll, der aus den ehemaligen DDR-Kernkraftwerken Greifswald und Rheinsberg stammt. Und das auch nur übergangsweise. Deshalb ärgert mich, dass die Bundesregierung jetzt Atomschrott aus dem Westen in Lubmin einlagern will und wir diese Transporte mit unserer Landespolizei auch noch absichern müssen."

(nm)
85
Kommentare insgesamt

Franky Freaky S.
14.12.2010 19:24
Gast
Merkels Schrottentscheidungen aus dem Osten bejammern, aber Strom haben wollen.
Glück auf, Kameraden!

Crusty1704
14.12.2010 19:33
reg. Mitglied
das sollten sie aber gucken das sie schnell wieder aus rostock draussen sing weil das könnte stressig werden

stichwort: g8 gipfel

Crusty1704
14.12.2010 19:34
reg. Mitglied
-g + d

Der Y.
14.12.2010 22:32
Gast


krawumm!!!

Der Y.
14.12.2010 23:16
Gast
@ Franky Freaky Stylee

echt voll deiner Meinung...dieses ewige Gejammer der Ossis, obwohl sie nicht mal selbst Strom produzieren können.....regt sich doch auch keiner mehr über Schönberg auf, obwohl es in Meck-Pomm gar keine Industrie gibt, die diesen Sondermüll da produziert....und wenn wir hier an der Küste schon selbst nix fertig kriegen, dann können wir doch wenigstens den Müll der Nation einlagern.

Gorleben könnte meiner Meinung nach auch aufgelöst und das Zeugs nach Greifswald gekarrt werden....ist doch viel zu gefährlich mit dem Atomdreck in den Salzstollen, wegen Grundwasser und so....viel besser ist das Zeugs doch überirdisch in Baracken aufgehoben, mitten im Tourismus-Gebiet zwischen Deutschlands größten Inseln....

Leukämie? Gab es in der Gegend doch schon immer mehr als anderswo.... aber könnte ja sein, dass der Mensch so bei dauernder Bestrahlung irgendwann Antikörper bildet, so wie bei Grippe oder so und die Pharmaindustrie könnte bei der Entwicklung von zusätzlichen Impfstoffen noch helfen, ähnlich wie bei der Schweinegrippe. Dann haben wir einen großen Vorteil, wenn Brunsbüttel, Brokdorf, Stade, Krümmel (Geesthacht) oder/und Unterweser in die Luft fliegen, in deren Kernzone wir dann liegen....und was für ein Geschäft!!! Also, dass auf diese Propagandamasche noch kein Politiker gekommen ist?!

Jetzt mal im Ernst. Wer seit Tschernobyl überhaupt noch für Kernenergie ist, der ist in meinen Augen komplett irre oder zumindest total ignorant.

Ganz schlimm, dass die AKW´s ursprünglich für eine Laufzeit von 25 bis 30 Jahren geplant waren und - dank schwarz-gelb - bei ihrer jetzt vorgesehenen Nutzungsdauer, die ältesten bei der Abschaltung letztendlich stolze 80 Jahre alt sind. Hoffentlich geht das gut.

Der Hammer ist aber, dass wir bei konsequenter Nutzung der technischen Möglichkeiten zwei Drittel aller deutschen Kraftwerke sofort und ersatzlos abreißen könnten. Wir leisten uns ein 220 Volt-Netzt, das keiner braucht, denn die meisten Netze in der Welt kommen mit der Hälfte aus, darunter auch etliche Industrienationen. Die meisten Geräte wie Fernseher, Computer usw. nutzen eh nur maximal 24 Volt und auch Waschmaschinen und Kühlschränke benötigen eigentlich nicht mehr. Der meiste gelieferte Strom wird also herunter transformiert….auf Deutsch weg geschmissen. Nur die alte Glühlampe braucht noch 220 Volt, wenn sie aus Deutschland kommt. Aber in Zeiten von LED und Laser wäre auch das nicht mehr nötig.

Der Y.
14.12.2010 23:16
Gast
Also, es wäre ohne weiteres möglich, nach einer gewissen Umstellungsphase zum Beispiel mit ganzen 24 Volt Haushaltsspannung aus zu kommen….aber dann macht ja keiner mehr ein Geschäft.
Es ist mit dem Strom nicht anders, als mit dem Erdöl. Wir fahren mit 120 Jahre alter Motorentechnik und führen für das Dreckszeug Kriege, damit einige wenige ein Bombengeschäft damit machen und den Rest der Menschheit ggf. auch noch umbringen. Wir sind aber in der Lage, mit ein paar Litern Wasserstoff zum Mars zu fliegen.

Moral ist für mich etwas anderes und Fortschritt auch.

Der Y.
14.12.2010 23:18
Gast
krawumm!!!


Mr S.
15.12.2010 02:11
reg. Mitglied
Leider gibt es nicht viele Alternativen zu Atomstrom. Kohle und Erdgas reichen vielleicht noch 150 Jahre. Erdöl sogar nur 50 Jahre.

Und wenn ihr hier schon die Überschrift "Atommüll aus dem Westen" benutzt, frag ich mich wo der "Atomstrom für den Osten" herkommt.

Da pi... ihr euch nehmlich ans eigene Fahrrad.

Ich weiss nicht wieviel die Mecklenburger Windkraftanlagen abdecken, aber ich weiss das Mecklenburg kein eigenes Kraftwerk hat.

Ausserdem ist Uran bei weitem nicht so gefährlich wie viele glauben. Da macht nichts mehr Kawumm. In anderen Ländern gibt es sogar schon 100% sichere Kraftwerke. Da kann man grösst anzunehmende Unfälle schon völlig ausschliessen.

Und beim Castor kann schon mal gar nichts passieren. Die Container sind sogar gegen Beschuss gesichert.

In Mecklenburg und Brandenburg gibt es sogar Uran in natürlicher Form. Es liegt sogar an der Oberfläche und kann gesehen werden. Da regt sich keiner auf und es strahlt weit aus mehr als die sicheren Container.

Mr S.
15.12.2010 02:26
reg. Mitglied
Übrigens liegt ihr nicht in der "Evakuirungszone". In gar keiner.

Der Atomausstieg wird kommen. Aber das braucht halt seine Zeit. Die Windenergie ist ja auch erst seit 10 Jahren wirklich effizient nutzbar.

Wolfgang P.
15.12.2010 07:03
reg. Mitglied
Ist doch so einfach, wenn Lubmin zum Endlager ausgebaut wird,
Die Ossis halten still, da kann man sich drauf verlassen.
Es bedrückt sie nicht, dass die Lebenshaltungskosten immer höher werden, obwohl sie nach 20 Jahren "Einheit" weniger Rente und Lohn bekommen.
Also muß die ärmste Region MV industrialisiert werden und Lubmin ist doch eine Möglichkeit, oder?
Die Atommultis verdienen, die Politik bekommt ein Stückchen vom Kuchen ab uns aus überschwenglicher Freude werden die Strompreise erhöht.
Also- stimmt doch alles-
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