Grings überzeugte als Prinz

Inka Grings; Quelle: Flickr: Deutsche Frauen-Nationalmannschaft
06.07.2011

Im Grunde hatten sie nichts zu verlieren, dennoch waren die Erwartungen an die deutschen Fußballfrauen groß. Die hatten vor allem Spaß auf dem Platz und am Ergebnis.

Ein 4:2-Sieg, der so nicht unbedingt zu erwarten war. Im Vorfeld der WM wäre man wohl noch von einem leichten Spiel der Deutschen gegen die Franzosen ausgegangen, doch der Verlauf der Vorrunde ließ Zweifel an einem klaren Sieg aufkommen. Zu mäßig die Leistung der deutschen Damen in den ersten beiden Spielen, obwohl die beiden Siege sie bereits für das Viertelfinale qualifizierten. Auf der anderen Seite eine französische Mannschaft, die sich ohne Gegentor an die Spitze der Gruppe A gespielt hatte und plötzlich als Mitfavorit auf den Turniersieg galt.

Obendrein stellte Bundestrainerin Silvia Neid eine auf vier Positionen veränderte Mannschaft auf. Linda Bresonik hatte Magenprobleme und wurde durch Bianca Schmidt ersetzt, die ihr WM-Debüt gab. Kim Kulig sollte wegen einer Gelbvorbelastung geschont werden. Für sie spielte Lena Goeßling. Die Verletzung von Melanie Behringer zog die erste Überaschung nach sich: Die zuletzt viel gescholtene Fatmire Bajramaj durfte von Beginn an spielen und blieb auch die gesamten 90 Minuten auf dem Platz. Für noch mehr Diskussionsstoff hatte lediglich Birgit Prinz gesorgt. Die Rekordnationalspielerin war in den vergangenen Spielen nicht gerade erfolgreich aufgetreten, musste diesmal die komplette Spielzeit auf der Bank verbringen und zusehen, wie sich ihr Ersatz, Inka Grings, den Titel "Player of the Match" erspielte.

Spielerische Leichtigkeit statt Druck

Dieser Titel war für Grings alles andere als unverdient. Sie krönte ihr druckvolles Spiel mit einem Kopfballtor zum 2:0 und einem Foulefmeter zum 3:1. Der wurde herausgespielt von Bajramaj, die bei ihrem persönlichen Heimspiel in Mönchengladbach mit unermüdlicher Laufarbeit und vielen Dribblings die Kritiker eines Besseren belehrte. Die könnten ihr vorwerfen, dass nicht alles gelang und manche Einzelaktion hätte vermieden werden sollen, doch war die Mittelfeldakteurin praktisch an allen guten Aktionen beteiligt und zum erfolgreichen Torabschluss fehlte nur das berühmte Quäntchen.

Auch die beiden anderen Torschützinnen, Kerstin Garefrekes (1:0) und Célia Okoyino da Mbabi (4:2) gehören ganz unbedingt zu den Matchwinnerinnen, ebenso Simone Laudehr mit ihrer brillianten Flanke zum zweiten Treffer und Babett Peter, die auf ganzer Linie überzeugte und mit ihrem Freistoß das 1:0 einleitete. Insgesamt überraschte die gesamte Mannschaft, indem sie von Beginn an mit einer Leichtigkeit auftrat, die eindrucksvoll bewies, dass der Druck, der angeblich im Vorfeld auf der Mannschaft lastete, möglicherweise nur eine Erfindung der Medien war.

Frankreich fand nicht ins Spiel

Die Französinen konnten dagegen wenig von dem zeigen, was sie in den vorangegangenen Spielen ausgezeichnet hatte. Die Deutschen ließen sie nicht ins Spiel kommen, hinterließen durch ihr frühes Pressing offenbar nachhaltigen Eindruck bei den Gegnerinnen, deren Tore beide nach Eckstößen fielen. Dabei sah die deutsche Abwehr zugegebenermaßen nicht gut aus, ließ sich zweimal nahezu in identischer Weise überraschen. Die deutsche Offensive störte das wenig.

Mit drei gewonnen Spielen geht die deutsche Mannschaft damit als Gruppenerste ins Viertelfinale. Dort warten am 9. Juli die Japanerinnen, die weder die Bundestrainerin noch die Spielerinnen unterschätzen. Gutes Stellungsspiel und ein quirliger Angriff der Weltranglisten-Vierten werden es den deutschen Ballkünstlerinnen nicht leicht machen. Doch ihr Auftritt gegen Frankreich hat gezeigt: Sie sind wieder auf einem guten Weg zur Meisterschaft.

(pb)
73
Kommentare insgesamt

Nun J.
06.07.2011 17:44
Gast
Ich muss sagen, daß ich richtig stolz auf die deutschen Mädels bin Gut gemacht, weiter so!

Toby G.
07.07.2011 16:18
Gast

Eigentlich finde ich Fussball zum kotzen langweilig, aber als ich Frauenfussball gesehen habe hat sich das geändert
Das ist mal ein Sport, der schön an zu gucken ist

Haufen
07.07.2011 16:35
reg. Mitglied
Meine Meinung ist eher das Gegenteil, auch wenn's gegen den momentanen Trend ist. Aber ich kann mir das absolut nicht angucken.
Es macht einfach keinen Spaß.
Vielleicht ist es auch einfach nur, weil es nicht so professionell gespielt wird.

Nun J.
07.07.2011 16:40
Gast
das ist bei mir auch so tobi. ich schau den frauenfussball auch nicht wegen titten oder so, man sieht ja eh keine

ich finde das richtig ergreifend mit welchem elan und vor alem mit welcher freude die frauen spielen. das macht es so interessant.

frauen können nun mal nicht so wie männer wegen der anatomie. sie haben es gern gespielt und waren mit freude dabei. das machte das zum unterschied zum männerfussball.

Boa V.
07.07.2011 17:46
Gast
tja das ist auch ein männer sport und kein frauen sport. genauso frauenboxen. ist doch ekelhaft. sieht in beiden voll scheiße aus.

Nun J.
07.07.2011 18:01
Gast
lacht, wer will sich das recht rausnehmen männern oder frauen gewisse sportarten zuzugestehen oder abzusprechen.

wenns dann aber wrestling ist, dann kipt man noch nen bissel schlamm aus und dann ist es toll wenn die frauen sich da drin sulen was??

sei mal bissel tolerant

Toby G.
07.07.2011 18:28
Gast
@andy e
Ich finde Fussball passt auch eher zur Frau als zum Mann finde ich.
Da kommt es nämlich auf die Teamfähigkeit an

Beim Boxen will ich allerdings keine Frauen sehen, glaub ich.
Da will ich richtige Charaktere sehen. So richtige Individualisten.

Nun J.
07.07.2011 18:31
Gast
also ich finde frauenfussball interessanter muss ich sagen. ist nun mal so. es ist ja ein sport den selbst kinder schon spielen. warum sollen ihn denn nicht auch frauen spielen.

wem es nun besser steht kann ich nicht sagen, da ich mir fussball ansonsten nämlich garnicht ansehe.

Haufen
07.07.2011 18:38
reg. Mitglied
Für was für nen Sport interessierst du dich denn?

Toby G.
07.07.2011 18:39
Gast
es ist ja ein sport den selbst kinder schon spielen. warum sollen ihn denn nicht auch frauen spielen.


Ich mein, es gibt ja nunmal Zusammenhänge zwischen dem Weiblichen und dem Kindchenchema, aber trotzdem hast du dir mit soeiner Aussage keine Pluspunkte bei den weiblichen Mitlesern eingeholt ^^

So als Fussballnewby könnte ich mir auch gut vorstellen, das Frauen besser Fussball spielen können als Männer.
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