Endstation Praktikum

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Stellenmarkt: Nach der Uni ins Praktikum (Foto: pixelio.de/Paul-Georg Meister)
09.05.2011

Trotz angeblichen Fachkräftemangels führt der Weg von der Uni für viele Absolventen zunächst nur ins Praktikum.

Akademiker gehen nicht wie noch vor 20 Jahren direkt in eine Festanstellung. Die jetzigen Hochschulabsolventen bekommen den Stempel "Generation Praktikum". So heißt auch eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung "Generation Praktikum 2011". Nach dem Studienabschluss gehen fast 40 Prozent der Jung-Akademiker direkt ins Praktikum. Die Forscher befragten Uni-Absolventen aus Hamburg, Rostock, Köln und Berlin. Die Befragten hatten ihr Studium im Jahr 2007 abgeschlossen. Die Untersuchung deckt also eine Berufseinstiegsphase von rund dreieinhalb Jahren ab.

Zum Vergleich: Nur 19 Prozent gehen nach dem Studienabschluss in eine unbefristete Stelle. 27 Prozent waren zunächst befristet beschäftigt. "Praktika sind nach Studienabschluss keineswegs Randerscheinungen", sagt Rainer Jung, Sprecher der Stiftung, im Gespräch mit pressetext. Rund 40 Prozent dieser Praktika sind nach der Studie unbezahlt. Wenn gezahlt wird, dann höchstens bis zu 550 Euro pro Monat.

Studienrichtung entscheidend

Die Häufigkeit von Praktika nach dem Examen hängt stark von der Studienrichtung ab: Geistes- und Sozialwissenschaftler stehen ganz oben auf der Liste, ganz unten Ingenieure. Von den Praktikanten wurden die Praktika zu 20 Prozent als schlecht bewertet. Die Praktikanten fühlten sich als billige Arbeitskraft missbraucht. Ihre Arbeit war in diesen Fällen voll eingeplant, ohne dass eine Gegenleistung geboten wurde.

"Generation Praktikum 2011" ist die zweite von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie dieser Art. Einige Trends zeichnen sich im Vergleich mit der ersten Studie ab: Positiv ist, dass weniger Absolventen zwei und mehr Praktika machen mussten. Der Anteil unbezahlter Praktika ist um zehn Prozent zurückgegangen. Grund für die Generation Praktikum ist zum einen, dass die Zahl der Hochschulabsolventen in den letzten 30 Jahren kontinuierlich angestiegen ist. "Andererseits wird ständig über Fachkräftemangel gejammert", gibt Jung zu bedenken.

(pte/pb)

4
Kommentare insgesamt

Da V.
09.05.2011 22:08
Gast
die ganzen personalchef-spacken wollen jemand der möglichst jung iss, aber mindestens 30 jahre berufserfahrung hat... iss überall das gleiche. die wahrheit erfährt man natürlich nicht, nur dass die "bewerbung leider nicht berücksichtig werden konnte"

die haben nich alle latten am zaun

such was in der it-branche, also wer was anzubieten hat...

Robert F.
10.05.2011 06:25
reg. Mitglied
Zum Arbeitsmarkt in Deutschland brauch man ja nicht viel sagen... total kirre.

Allerdings brauch man sich auch nicht wundern das man nach dem Studium o.ä. nicht gleich in die Chefetage rutscht. Ich erinner mich daran das sich die Wirtschaft über mangelndes praktisches Arbeiten der "Generation Praktikum" beschwert hat.
Was bringt mir die 1 aufm Zeugnis wenn ich den Hammer falsch herum halte?

Po F.
10.05.2011 07:15
reg. Mitglied
@Robert. F im Artikel geht es nicht darum das jemand in die Chefetage will, es geht darum das ehrliche Arbeit ehrlich entlohnt wird. Der Azubi bekommt in der Ausbildungsphase beispielsweise auch ein Gehalt und nicht den feuchten Händedruck. Studenten mussten ihr Studium ersteinmal 3,5 bis 5 Jahre selbst, durch Eltern oder Barfög finanzieren, da kann man ja in der Einführungsphase zumindestens eine Entlohnung bekommen, dass der Unterhalt der Wohnung gedeckt wird.
Das die praktische Ausbildung zu kurz kommt, kann man nicht bestreiten.

Robert F.
10.05.2011 08:37
reg. Mitglied
@Maddin
Ja ich versteh dich. Natürlich möchte jeder seine Arbeit entlohnt bekommen, mit gutem Recht.
Allerdings ist ein Praktika kein Arbeitsvertrag. Das sich viele Firmen lieber für ein Jahr einen Praktikanten umsonst holen als irgendwen für die Arbeit zu bezahlen ist im Kapitalismus aber üblich .
Im Handwerk z.B. wird auch auf günstige Arbeitskräfte (wie Zeitarbeiter, Aushilfen, usw. die allerdings auch oft voll ausgebildet wurden) zurückgegriffen als Facharbeiter oder Gesellen fest einzustellen.

Wer lange zur "Schule" geht wird gestraft und wer früh anfängt zu arbeiten ebenfalls. So läuft die moderne Wirtschaft - und ich finds scheiße !
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