Leichtgewicht für den Stadtverkehr

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Prototyp: Minimalversion des E-Mobils im Einsatz (Foto: Walter Janach)
30.10.2011

Berliner Forscher entwickeln ein neues E-Mobil. Zunächst in einer Minimalvariante.

Forscher der TU Berlin entwickeln ein neues E-Mobil für den urbanen Individualverkehr. "Wir wollen Verkehrsteilnehmern in Großstädten eine wirtschaftliche und flexible Mobilitätsalternative bieten", sagt Sebastian Adolphy, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Verkehrs- und Maschinensysteme der TU Berlin, im Gespräch mit pressetext. Das vierrädrige Elektrofahrzeug vereine den Raumbedarf und die Leichtigkeit des Fahrrads mit der Fahrstabilität eines Kleinwagens und der Umweltverträglichkeit des Elektroantriebs.

Zwölf Stundenkilometer

Die Reichweite des Fahrzeugs ist für kurze Strecken ausgelegt und die Passagierkapazität an den stark individualisierten Großstadtverkehr angelehnt, ebenso wie die geringe Höchstgeschwindigkeit. Der Prototyp bringt bei einer Länge von 120 Zentimetern und einer Breite von 85 Zentimetern rund 20 Kilogramm auf die Waage. Mit einer Traglast von mehr als 200 Kilogramm bietet das Fahrzeug variabel Platz für zwei Insassen oder für eine Person mit Gepäck. Diese Minimalversion verfügt über eine Reichweite von 35 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit des Kurzstreckenfahrzeugs liegt bei zwölf Stundenkilometern.

Tragendes Element ist eine Bodenplattform in Sandwichbauweise, an der alle Komponenten befestigt sind. Eine Schaumstoffschicht, die oben und unten von einer Aluminiumplatte begrenzt wird, sorgt für Stabilität bei minimalem Gewicht. "Der Prototyp ist die Minimalversion, die zum Beispiel als Nutzfahrzeug im Indoorbereich auf Flughäfen zum Einsatz kommen könnte", so Adolphy. Für eine spätere Straßenversion sieht der Forscher entsprechend größere Leistungen vor. Über die Kosten konnte Adolphy zum jetzigen Entwicklungszeitpunkt noch keine genaue Auskunft geben. Nur so viel: "Das Fahrzeug wird ungefähr so viel kosten wie ein E-Bike."

Weitere Versionen geplant

Basierend auf diesem Grundkonzept arbeiten die Experten derzeit an weiteren Versionen. Zum Beispiel ein zügig fahrendes Straßenmodell mit dem Singlehaushalte ihren Einkauf tätigen können, oder eine gedrosselte Mobilitätshilfe für Senioren, damit sie kurze Wegstrecken nicht zu Fuß zurücklegen müssen. Eine Kombination mit öffentlichem Nahverkehr ist ebenfalls denkbar. Berufstätige könnten mit dem E-Mobil zur S-Bahn fahren, es im Zug mitnehmen und die Strecke vom Bahnhof bis ins Büro wieder mit dem E-Mobil zurücklegen. "Die Abmessungen des Prototyps sind so gewählt, dass man das Fahrzeug sogar problemlos auf der Rolltreppe und im Aufzug mitnehmen kann", erklärt Adolphy.

Erstmals vorgestellt wurde das Fahrzeug auf der IAA 2011 in Frankfurt am Main. "Das Projekt steht erst am Anfang, wir sind derzeit auf der Suche nach Partnern im Bereich der Industrie", sagt Adolphy.

(pte/pb)

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