Freunde und Singles in Mecklenburg-Vorpommern

Feuchtgebiete
Schnecke2104

Charlotte Roche

Ich benutze mein Smegma wie andere ihre Parfümflakons. Mit dem Finger kurz in die Muschi getunkt und etwas Schleim hinters Ohrläppchen getupft und verrieben. Wirkt schon beim Begrüßungsküsschen Wunder. Grimmepreisträgerin Charlotte Roche hat ihren ersten Roman geschrieben, und der Plot von "Feuchtgebiete" ist schnell erzählt: Nach einer missglückten Arschrasur liegt die 18-jährige Helen mit einer Analfissur im Krankenhaus. Sie nutzt die Tage auf der Station, um einen Plan zu schmieden, der ihre geschiedenen Eltern wieder zusammenbringen soll. Vor allem aber experimentiert sie mit allen Körperöffnungen, lebt ihre ganz eigenen Vorstellungen von Sexualität und Hygiene und irritiert damit den Krankenpfleger Robin. Hämorrhoiden, Analverkehr, Toilettenexperimente, ausgefallenere Masturbationsvarianten: Atemlos und mit schmuckloser, sehr direkter Sprache hetzt Roche von Tabu zu Tabu. Manchmal müssen Neologismen her, wenn dem Duden bei Roches Detailverliebtheit die Worte ausgehen. Für verkrustete Spermareste unterm Fingernagel etwa führt sie das Wort Sexandenkenkaubonbon ein. Doch die Schockeffekte sind keine billige Provokation - eigentlich setzt Roche mit ihrer Heldin nur um, was bereits seit '68 in Sachen Gleichberechtigung von Frauen gefordert wird. Und dann liest sich das Smegma hinterm Ohrläppchen als Plädoyer für ein positives Verhältnis zum eigenen Körper und zur Sexualität.
17.03.2011 - 19:59 Uhr
Schnecke2104

Bin eigentlich kein Fan von Charlotte Roche. Aber dieses Buch ist trotz, absolut ekligen, Szenen ein echtes Muss. Gerade diese tabulosigkeit macht das Buch zu einem Highlight. Obwohl ich erst skeptisch war, habe ich es nicht bereut "Feuchtgebiete" zu lesen.
Fazit: Es ist eklig, provokant und gehört auf ganz sicher in jedes, gut sortierte, Bücherregal.
17.03.2011 - 20:18 Uhr
mary1986
... aaalso - ich kann ja so einiges ab - bin für viele themen offen - ekel mich nicht ganz so rasch - aber bei manchen zeilen in diesem buch, musste selbst ich mich schütteln
- trotzdem konnte ich nicht aufhören, es zu lesen - macht euch einfach selbst ein bild - aber nichts für leute, mit schwachem magen
18.03.2011 - 20:38 Uhr