Dank Eurokrise sinken die Ausgaben für den Umweltschutz

City- & Szenenews

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© Jan Danel
07.12.2011

In Krisenzeiten wird gespart. Das betrifft auch aktuell wieder den Umweltschutz. Unerwartete Kritik daran kommt von den Unternehmen.

Durch die Eurokrise schrumpfen die Ausgaben für den Umweltschutz. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Durban Dynamics: Navigating for progress on climate change" der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach geben die Staaten 2012 rund 33,2 Milliarden Euro weniger für Umweltschutzmaßnahmen aus als geplant. "Im Moment ist sichtbar, dass durch die Finanzkrise die Umweltkrise in den Hintergrund geraten ist", bestätigt Rüdiger Rosenthal vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegenüber pressetext.

Multilaterales Abkommen gefordert

Die Experten befürchten: Sollte die Schuldenkrise weiter eskalieren und müssten die Staaten deshalb noch umfassendere Sparpläne verabschieden, wird sich die prognostizierte Summe an weniger ausgegebenen Mittel im schlimmsten Fall verdoppeln. Kritik an der Finanzpolitik kommt von den Unternehmen. Mit Blick auf die UN-Klimakonferenz in Durban fordern für die Studie befragte internationale Top-Manager ein multilaterales Abkommen zum Stopp des Klimawandels.

83 Prozent der Umfrageteilnehmer sind davon überzeugt, dass der Klimawandel nur mit einem weltweit gültigen Vertrag aller Länder aufgehalten werden kann. Dass sich ausgerechnet die Wirtschaft für den Umweltschutz stark macht, verwundert. "Die Regierungen und die Nichtregierungsorganisationen lassen sich aber nicht in die Irre führen: Die wissen genau, wer Täter und wer Opfer ist", sagt BUND-Sprecher Rosenthal. Der Druck auf die Wirtschaft vonseiten der Regierungen sollte erhöht werden. Und nicht umgekehrt, fordert der Experte.

Klimawandel als Chance für Unternehmen

Während die internationalen Manager ihre Regierungen beim Umweltschutz in die Pflicht nehmen, sehen sie den Klimawandel dennoch zugleich als Chance für ihre Unternehmen. Nur 22 Prozent geben an, der Klimawandel sei hauptsächlich eine Gefahr für ihr Geschäft. 54 Prozent begreifen den Wandel des Klimas dagegen als Chance für ihr Unternehmen. Dabei gibt es global sehr unterschiedliche Auffassungen auf dem Parkett des Top-Managements. Der Vergleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zeigt: Die Manager in den Schwellenländern sind in höherem Maße wegen des Klimawandels besorgt. 40 Prozent fürchten die Auswirkungen dieser Entwicklung auf ihr Geschäft.

"Diese große Besorgnis in den Entwicklungsländern zeigt, dass die Menschen in diesen Staaten langsam verstehen, dass sie mehr vom Klimawandel betroffen sein werden als die Industrieländer", so Nolden. In den Industrieländern sind nur 28 Prozent der befragten Manager wegen der Auswirkungen des Klimawandels besorgt. Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonomen am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, kritisiert im pressetext-Gespräch: "Wer heute an Investitionen für Klimaschutz spart, zahlt morgen vielleicht drauf. Klar ist: Ein Umsteuern im Energiesystem, um gefährlichen Klimawandel zu verhindern, wird umso teurer, je später es erfolgt."

Wenn viele Unternehmen in der Umfrage nun ein internationales Klimaschutzabkommen fordern, sei das bemerkenswert, sagt Edenhofer. Diese Haltung zugunsten des Klimaschutzes sollten die Unternehmen aber auch dann zeigen, wenn es etwa um das dringend nötige Einbeziehen zusätzlicher Wirtschaftsbranchen in den EU-Emissionshandel geht und der Ausstoß von Treibhausgasen erheblich stärker gedeckelt wird, so die Forderung.

(pte/pb)

2
Kommentare insgesamt

Nun J.
07.12.2011 11:27
Gast
Wenn ma das alles so hört kann einem Schlecht werden.

Nahrungsmittel und Rohstoffe werden auf dem Papier gehandelt und damit die Preise künstlich in die Höhe getrieben.

Die Eurokriese hat Millarden gekostet und kostet weiterhin Milliarden.

Ein Hin und Her Gereise von Politikern wegen dem Euro, was das alles an Geld kostet.

Frei nach dem Motto: Wir treffen uns hunderte Male zu Gipfeln um den Euro zu retten und verbrauchen dafür Millionen und Milliarden von Euro. Schön mit Kaviar und Campagner und so weiter.

Man hatdas Gefühl die da oben haben das nüchterne Denken völlig verloren.

Martin R.
09.12.2011 00:45
Gast
Dank der Schuldenkrise wachsen Wirtschaften langsamer. Weniger Wachstum heißt weniger Produktion. Weniger Produktion bedeutet weniger Umweltverschmutzung (da weniger Transport, CO2-Ausstoß, usw.).

Banken vergeben durch die Krise weniger Großkredite. Banken wollen ihr Geld aber arbeiten lassen und investieren in eher sichere Anlagen. Was sind sichere Anlagen? Kredite an mittelständische Unternehmen, Welche deutliche mehr Arbeitsplätze schaffen als unsere Konzerne.

Was schließen wir daraus? Wir brauchen mehr Krisen! Also, alles wird gut!
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